Transgenialer CSD 2010: Gewaltige Zeiten!

Abriss Ghost, 7. Juni 2010

Gewaltige Zeiten – gewaltiger queerer Widerstand!

Die Bundeswehr tötet in Afghanistan. Auf Befehl und für Geld sind Menschen bereit, andere Menschen umzubringen und ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen. Soldat_innen sind nicht heldenhaft, ihr Tod ist grausam und sinnlos. Die Krokodilstränen können zu Guttenberg und andere Verantwortliche sich sparen. Der Krieg ist das Verbrechen, nicht der Protest dagegen.

Gewaltige Zeiten seit hunderten von Jahren – unter der Herrschaft selbsternannter Erziehungsspezialisten der Kirche! Für viele Generationen von Kindern und Jugendlichen, die dem institutionalisierten Wahnsinn der Pfaffen und ihren mächtigen Gelüsten ausgesetzt waren und sind. Oft werden queere Menschen mit einem verlogenen politischen Diskurs konfrontiert, in dem Homosexualität mit Pädophilie gleichgesetzt wird. Wir wenden uns gegen jede Form von sexueller, psychischer und körperlicher Gewalt! Wir wenden uns gegen die Entmündigung von Menschen! Gegen die Tabuisierung sexueller Gewalt – nicht nur in der Kirche!

Gewaltige Zeiten in Europas Straßen und Parlamenten, in denen Neofaschist_innen und reaktionäre Menschen dumpfe Wörter ergreifen, „anders aussehende“ Menschen jagen und Steine in die Büros und Wohnhäuser bürgerlicher Parteien und linker Initiativen schleudern!

Gewaltige Zeiten auch auf einem Arbeits- und Wohnungsmarkt, auf dem Profitstreben regiert und jedwede Art von Kündigungsschutz, Mindestlohn und sozialem Mietpreis von den Mächtigen als Sozialklimbim abgewickelt wird! Wir haben keine Lust mehr auf diese kapitalistischen Strukturen, die weltweit auch zur Zerstörung der Erde führen. Wir wollen eine Welt in der das ökologische System respektiert wird.

Doch in gewaltigen Zeiten müssen die Zyniker in den Führungsetagen auch mit unserem gewaltigen Widerstand rechnen!

Wir solidarisieren uns mit den Verfolgten Iraks, Afghanistans und in aller Welt und fordern: Grenzen auf, Festung Europa! Für freies Fluten der Menschen und das Ende aller Kriege! Wir fordern, die rassistische Einwanderungspolitik zu stoppen und ein dauerhaftes Bleiberecht sowie Schutz für Menschen, die hierher migriert sind. Kein Mensch ist illegal!

Noch immer sind Menschen, die sich nicht in die zweigeschlechtliche heteronormative Welt pressen lassen, von homophober und transphober Gewalt betroffen, sei diese nun physisch oder psychisch. Nicht zuletzt die gewaltsamen Übergriffe auf die trans*Sexarbeiter_innen in der Frobenstaße haben dies gezeigt. Allein in den letzten zwei Jahren wurden weltweit über 300 Trans*menschen ermordet.

Wir solidarisieren uns mit allen Projekten hier und anderswo, die dem Profitstreben nicht genügen und deshalb der Verwertungslogik weichen sollen. In Berlin sind das zum Beispiel der Schwarze Kanal, das SO 36 und die vielen Einzelmenschen, die sich auf die Dauer fette Mieten nicht leisten können und der Leistungselite Platz machen sollen in Berlins City! Wir bleiben alle!

Und wir bekämpfen den alltäglichen Rassismus innerhalb der queeren Szene. Wir fordern den kritischen Umgang mit unseriösen Statistiken, deren Initiator_innen versuchen, Minderheiten gegeneinander auszuspielen und unsere Szene zu spalten! Homophobie und Transphobie sind keine Probleme von Migration, sondern von gesamtgesellschaftlichen Normen und Machtverhältnissen.

Unsere Würde begehrt mehr: Gewaltige Zeiten – gewaltiger queerer Widerstand!

Transgenialer CSD

Eine Reaktion zu “Transgenialer CSD 2010: Gewaltige Zeiten!”

  1. O-Büro

    Die Popette Betancor wollte eigentlich bei der Abschlusskundgebung von ihrer Liaison mit der Bundespräsidentin in spe, Ursula von der Leyen, berichten, doch daraus wird nun doch nichts…

    „Frau von der Leyen (…) macht mir ein Kind“

    http://www.ostprinzessin.de/bz/#post-3030

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